Interview mit olafkommt. In einer eleganten Hotellobby in Manhattan traf sich die Band mit Vertretern der deutschen Musikpresse. Während dieses Gespräches puhlte Olaf die Füllung aus dem Sofakissen, auf dem er saß, Christoph schnitt Löcher in alle Belegexemplare, um die Interviewer unauffällig beobachten zu können, die Backgroundsängerinnen zogen sofort mit den Fanzine- Vertretern in die Hotelbar, während der Rest der Band damit beschäftigt war, das Geld von der letzten Welttournee heimlich außer Landes zu schaffen.

Rolling Stone: Euer zukünftiges Debutalbum wird schon vor Erscheinen als Meilenstein der Rockgeschichte gehandelt. Wie ist es, mit diesem Erwartungsdruck zu leben und meint ihr, dass ihr diesen Ansprüchen gewachsen seid?

olafkommt: Nun ja, Meilenstein ist schon etwas hochgegriffen aber wir hoffen schon, dass wir in punkto Produktion unserer Demos neue Standards gesetzt haben – zurück zur klaren Einfachheit des bescheidenen Understatements.

Feuilletonfritz von der FAZ: Würden sie ihre Werke im weitesten Sinne als postmodern oder Postrock bezeichnen?

olafkommt: Nö!

Spex: Vom soziologischen Aspekt ist Euer Independentanspruch, die völlige Unabhängigkeit von herkömmlichen Betriebswegen eine klare Zuwendung zum politischen Umsturz. Fordert ihr eine Revolution des Musibusiness ausgehend vom frühen Indie-Pop aus England?

olafkommt: Ja, wir brauchen eine Enteignung der Großkonzerne. Die einzelnen Hörer sollen wieder entscheiden, was für Musik veröffentlicht und beworben wird – nicht die Klingelton-herstellende-Industrie.

11-Freunde: Schon vor Erscheinen eurer zweiten Single „Es gibt nur einen Club für mich“ ist ein heftiger Streit zwischen den Fanclubs mindestens dreier Erstliga- und einiger Zweit- und Drittligaclubs aufgeflammt, die alle diesen Song als ihre Hymne beanspruchen. War dieses von euch beabsichtigt?

olafkommt: Ja!

Nach diesem Gespräch tranken alle zusammen noch Bier bis sie nicht mehr konnten.